Zucht

Winterruhe

Um erfolgreich Jungtiere zu bekommen ist eine Winterruhe unerlässlich. Aber auch, wenn man nicht Nachzüchten möchte, sollte man seinen Tieren eine Winterruhe gönnen.

Wir beginnen unsere Winterruhe Mitte Dezember und beenden sie Mitte Februar.

 

Zum Ablauf:

 

Mitte November werden die Tiere das letzte Mal gefüttert, danach lassen wir die Temperatur 2 Wochen auf normalem Niveau, damit sich die Tiere komplett Entleeren. Die beiden Wochen darauf fahren wir die Temperatur stufenweise auf knapp 15 °C herunter. Gleichzeitig vermindern wir die Beleuchtungsdauer von 13 auf 4 Stunden.

Danach werden die Tiere mit frischem Einstreu, einer Wasserschale und einer Versteckmöglichkeit einquartiert. Die Winterruhe sollte eine ungefähre Dauer von 8 bis 10 Wochen haben. Während dieser Zeit sollten die Tiere möglichst wenig gestört werden, lediglich das Wasser muss regelmäßig (alle 2 Wochen) gewechselt/aufgefüllt werden.

 

Nach 8 bis 10 Wochen werden sowohl Temperaturen als auch Beleuchtungsdauer stufenweise wieder auf das Ursprungsniveau gebracht.
Nachdem die Tiere 3-5 Tage wieder bei Sommertemperaturen gehalten wurden, kann man ihnen eine erste kleine Mahlzeit anbieten. Nach ca. einer Woche gibt es dann die nächste Maus, die auch bereits wieder die selbe Größe wie vor der Winterruhe haben kann. Danach kann der normale Fütterungsturnus wieder aufgenommen werden.

Nachzucht

Nachdem man die Tiere kräftig gefüttert hat, kann man mit dem eigentlichen Verpaaren beginnen.
Hierbei halten wir uns an die "Dreier-Regel"- das heißt, wir setzen das Männchen drei Tage zum Weibchen, dann gönnen wir beiden eine dreitägige Pause, bevor wir den Vorgang wiederholen. 
Wir setzen bewusst die Männchen in die Boxen der Weibchen, um den Weibchen möglichst wenig Stress zu bereiten.

 

Bestes Paarungsanzeichen ist, wenn das Weibchen den Schwanz hebt und das Männchen sich auf das Weibchen legt und an dem Weibchen entlang züngelt. Auch konnten wir beobachten, dass die Weibchen und Männchen sich gegenseitig hinterherjagen.
Vor Kannibalismus wie bei anderen Schlangenarten (beispielsweise Königsnattern) braucht man bei Heterodon keine Angst zu haben. Männchen und Weibchen liegen friedlich nebeneinander oder aufeinander. Mit viel Glück lässt sich auch eine Verpaarung live beobachten, dies geschieht oft in den frühen Morgenstunden.

Ob die Paarung erfolgreich war, erfährt man 3-8 Wochen nach dem Verpaaren.

Vor der Eiablage kommt es zu dem sogenannten "pre-lay shed". 
Spätestens jetzt MUSS der Schlange eine geeignete Box zur Eiablage zur Verfügung gestellt werden.

Ca. 5-14 Tage nach dieser Häutung erfolgt die Eiablage. Die Gelegegröße variiert bei Heterodon zwischen 5 und 25 Eiern.

 

Die Eier werden nun aus den Boxen genommen und in den Inkubator überführt. Dabei ist zu beachten, dass man die Eier möglichst nicht dreht, da der Embryo ansonsten Schaden nehmen könnte.

Die Inkubationsdauer beträgt zwischen 40 und 60 Tagen und die Temperatur sollte zwischen 26 und 29 °C liegen.
Als Brutsubstrat hat sich angefeuchtetes, grobkörniges Vermiculit bewährt. Die Luftfeuchte wird am besten dadurch erreicht, indem man ein kleines Trinkgefäß (Teelichthalter) in die Mitte der Brutbox stellt und den Deckel verschließt.

Nachdem die Jungtiere geschlüpft sind, haben diese in der Regel ein Gewicht um die 5 Gramm. Die erste Häutung der kleinen Schlangen erfolgt meist bereits 4-8 Tage nach dem Schlupf. Danach können die Jungtiere das erste Mal gefüttert werden.
Um den neuen Besitzern unserer Tiere möglichst viel Freude zu bereiten, geben wir unsere Jungschlangen erst mit 10 Gramm Gewicht und nach 10-maligem Fressen ab. Zwar gehen die meisten Jungtiere gut ans Futter, jedoch wollen wir kein Risiko eingehen. Zudem bedeutet der Transport für die jungen Tiere Stress und diesen können Sie mit etwas mehr Reserven besser vertragen.

Keine Panik, wenn die Jungtiere nicht auf Anhieb fressen. Unter dem Punkt "Probleme beim Füttern" finden Sie zahlreiche Praxistipps, wie man auch schwierige Fresser ans Futter bringen kann.

Vererbung

Bezüglich der Vererbung möchten wir nur einen kurzen Einblick zum Verständnis geben. 

 

Grundsätzlich gibt es laut den Mendelschen Regeln drei Erbgänge.

Den dominant-rezessiven, den intermediären und den Co-Dominanten Erbgang.

Diese lassen sich am einfachsten mit je einem kurzen Beispiel erläutern.

 

Dominant-rezessiv:

Ein Beispiel für ein dominantes Gen ist die Wildfarbe der Hakennasennattern, welche sich dominant weitervererbt. Rezessiv verebt sich dagegen das Albinogen.
Verpaart man nun ein Albinotier mit einem wildfarbenen Tier, so werden ausnahmslos alle Nachkommen wildfarben sein, da das dominante Gen sich immer durchsetzt. Jedoch trägt jetzt jedes Tier das Albinogen in sich, man sieht es nur nicht. In diesem Fall spricht man von sogenannten Het. Tieren. Verpaart man zwei Het. Tiere miteinander kommen nach dem Mendelschen Gesetzen zu 25% Albinotiere raus.
Dies liegt daran, dass das rezessive Albinogen nur dann sichtbar wird, wenn kein dominantes Gen vorliegt. 
Verpaart man zwei Albinos miteinander, so werden ausschließlich Albinos schlüpfen, da hier das dominante wildfarbene Gen nicht mehr im Genpool vorhanden ist. 

 

Intermediär:

Ein Beispiel für einen intermediären Erbgang sind Anacondas und Supercondas.
Intermediär bedeutet soviel, dass die Tiere eine Mischform der elterlichen Merkmale aufweisen. Bei den meisten intermediären Erbgängen gibt es eine Superform.
Verpaart man zwei Anacondas miteinander so erkennt man schnell, warum es sich hierbei nicht um einen dominant-rezessiven Erbgang handelt. 
Wäre es ein dominantes oder rezessives Gen, so würden ausschließlich Anacondas oder Wildfarbene schlüpfen. Da in diesem Fall aber sowohl Anacondas, als auch Wildfarbene und Superanacondas schlüpfen, muss es sich um einen intermediären Erbgang handeln. 
Im Genpool der Anaconda befinden sich sowohl die Merkmale für wildfarbene Tiere, wie auch die für die Mutation. 

 

Co-Dominant:

Co-Dominant:

Co-Dominant bedeutet, dass sich zwei Merkmale nebeneinander ausprägen.
Unseres Wissens ist bisher bei den Hakennasen keine Co-Dominante Form bekannt, auch wenn es oft heißt, dass Anacondas Co-Dominant wären.
Das beste Beispiel hierfür sind grundsätzlich die menschlichen Blutgruppen. Neben der Blugruppen A, B und 0 gibt es noch die Blutgruppe AB. Hierbei sind beide Gene gleichberechtigt, weshalb Menschen mit der Blutgruppe AB als Allesempfänger gelten, da ihr Blut gegen keine andere Blutgruppe Antikörper bildet. 

 

Übertragen wir dieses Beispiel auf Hakennasen und nehmen wir an, dass das Albinogen ein Co-Dominantes Gen ist.
Würde man nun ein Wildfarbenes Tier mit einem Albinotier verpaaren, kämen Tiere heraus, die abschnittsweise wildfarben wären und abschnittsweise albinofarben, da sich keines der beiden Gene durchsetzen könnte.

 

Daraus wird auch deutlich, dass es sich bei dem Anaconda Morph eben nicht um einen Co-Dominanten Erbgang handeln kann.

 

 

Wir hoffen so einen kurzen und vorallem verständlichen Einblick in die Vererbungslehre gegeben zu haben. Sollten noch Fragen offen geblieben sein, scheuen Sie sich nicht uns zu kontaktieren.  

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